Das ist für mich kein Doppelstandard. Als Boxfan liebe ich den Boxsport und zwar, eben weil zu diesem Sport mehr gehört, als sich nur prügeln.
Ein perfekt ausgeführter Jab, ein _link_er Haken, eine tänzerische Beinarbeit ......
Um ein brutales Spektakel geht es dabei nicht, auch wenn der Boxsport ein sehr harter Sport ist. Ich gehe auch gerne zu Amateurboxveranstaltungen.
Zutreffend ist, dass MMA den Boxsport gefährdet und zwar hauptsächlich in der Wahrnehmung. Beim Boxen kommt es auch auf eine gute Defensive an, auf Treffervermeidung. Boxen ist keine Schlägerei!
MMA lehne ich ab und ich hoffe, dass in Deutschland die Gegenwehr groß genug ist, um MMA nicht zur Entfaltung kommen zu lassen.
Wenn MMA sich hier etablieren sollte, werde ich mit Sicherheit keine Veranstaltung besuchen und mir sowas auch nicht im TV ansehen.
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Blut und SpieleVon Hildegard Stausberg 15. Juni 2009, 04:00 Uhr
Sie kämpfen in einem achteckigen mannshohen Käfig, erlaubt ist nahezu alles. Zu Gast bei Deutschlands umstrittenster Sportveranstaltung, dem erstem Ultimate-Fighting-Abend in der Kölnarena
Der letzte Kampf ist gerade erst ein paar Minuten vorbei, da verteilt ein blondes, schlankes Mädchen an alle Journalisten ein weißes Blatt. Es enthält nur zwei knappe Informationen: Es habe an diesem Abend 12 854 Gäste gegeben in der Kölnarena, die jetzt Lanxess Arena heißt, und das habe den Veranstaltern 1,3 Millionen Dollar Einnahmen in die Kassen gespült. Die junge Dame spricht Englisch, was überhaupt - in seiner amerikanischen Ausprägung - die Sprache des gesamten Abends war.
Es mag sein, dass diese Zahlen stimmen. Falls die Veranstalter damit aber den Eindruck erwecken wollen, dass die Kölnarena bei Deutschlands erstem Ultimate-Fighting-Abend proppenvoll war, so ist das falsch. Vor allem die Logen bleiben fast komplett leer.........
Bis dahin bleibt ungeklärt, wer der wirkliche Sieger dieses Kölner Abends war. Eine neue Sportart? Ein neuer Sportstil? Oder will doch nur eine Horde Barbaren dem Publikum Brutalität als Sport verkaufen - unter der Aufsicht äußert cleverer Geschäftsleute sozusagen? Die Reaktionen des Publikums auf die beim Kampf offen dargestellte Aggressivität erschreckt. Noch dazu reagiert das Publikum an diesem Abend immer dann besonders begeistert, wenn die Kontrahenten auf dem Boden hemmungslos aufeinander einschlagen.
Das muss einem nicht gefallen. Und es ist verständlich, dass gerade das vielen Menschen Angst einflößt.
http://www.welt.de/die-welt/article3925889/Blut-und-Spiele.html