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Wladimir

Steckbrief

Geburtsname: Wladimir Klitschko
Geburtsdatum: 25. März 1976
Geburtsort: Semipalatinsk (Kasachstan)
Vater:  Wladimir – General der Luftwaffe
Mutter: Nadezhda – Lehrerin
Familienstand: ledig
Wohnort: Hamburg, Kiew, Hollywood (Florida)
Berufsausbildung: promovierter Sportwissenschaftler
Größe: 1,98 m
Gewichtsklasse: Schwergewicht
Alias: Dr. Steelhammer
Trainer: Emanuel Steward
Manager: Bernd Bönte (Klitschko Management Group GmbH)
Promoter: K2 Promotions
Statistik: 56 Kämpfe, 53 Siege (davon 47 KO´s), 3 Niederlagen

Im Ring

Seine Leidenschaft zum Boxen entdeckte Wladimir im Alter von 14 Jahren. Schon drei Jahre später war er Europameister der Junioren und startete fortan eine beeindruckende Amateurkarriere. Er wurde fünffacher Meister der Ukraine und Sieger der Militärweltmeisterschaften. Seinen größten Erfolg als Amateur feierte Wladimir jedoch bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta: den Gewinn der Goldmedaille im Superschwergewicht. Seinen ersten Profikampf bestritt Wladimir am 16. November 1996 gegen den Mexikaner Fabian Meza, den er bereits in der ersten Runde ausknockte.

Am 25. September 1999 gewann er gegen Axel Schulz durch technischen KO in der achten Runde und wurde Europameister im Schwergewicht. Sein großes Ziel, den Weltmeistertitel im Schwergewicht, erreichte er am 14. Oktober 2000. Durch einen ungefährdeten Punktsieg über Chris Byrd wurde Wladimir erstmals Weltmeister der WBO. Am 22.04.2006 standen sich Wladimir und Byrd ein weiteres Mal gegenüber. Im Titelkampf um die IBF-/IBO-Weltmeisterschaft besiegte er den US-Amerikaner erneut, dieses Mal durch technischen KO in der siebten Runde. Ein Stück Boxgeschichte hat Wladimir am 23. Februar 2008 geschrieben, als er WBO-Weltmeister Sultan Ibragimov in einem Titelvereinigungskampf über 12 Runden besiegen konnte. Mit diesem Sieg glückte ihm die erste Teilvereinigung im Schwergewicht seit fast einem Jahrzehnt.

Ein Highlight in der sportlichen Karriere von Wladimir Klitschko war am 20 Juni 2009 der Kampf gegen Ruslan Chagaev. Die Kulisse von 61.000 Zuschauern in der Veltins-Arena auf Schalke bedeutete einen neuen Hallen-Weltrekord im Boxen. TV-Sender RTL erreichte in Deutschland mit bis zu 11,16 Millionen Zuschauern (58,4 % Marktanteil) wie bei den vorherigen Klitschko-Übertragungen erneut eine Top-Quote. Zudem gewann er mit seinem 53 Sieg im 56 Profikampf den "The Ring Magazine Heavyweight Championship Belt". Dieser Titel war zuletzt im Besitz von Bruder Vitali (bis zu seinem Rücktritt 2005) und seitdem nicht vergeben. Die Klitschkos sind damit nicht nur das einzige Bruderpaar in der Boxgeschichte, das diesen Titel gewinnen konnte. Ebenso sind sie die einzigen Brüder, die gleichzeitig Weltmeister im Schwergewicht wurden.  

Außerhalb des Rings
Wladimir Klitschko ist nicht nur im Ring ein Großer, sondern beweist erst recht außerhalb des Rings, dass er das Herz eines Champions hat.

Nach seinem K.o.-Triumph im November 2006 gegen Brock spendete Wladimir 285.000 Dollar seiner Kampfbörse an die UNESCO. Das Geld wurde dazu verwendet, in dem von großer Armut gezeichneten Namibia im Rahmen des UNESCO-Projekts „Bildung für Kinder in Not“ eine Schule zu bauen.

Für ihr jahrelanges Engagement wurden die Brüder 2006 von der UNESCO als „Champions des Sports“ ausgezeichnet. Eine Ehre, die zuvor nur wenigen – unter ihnen Formel-1-Rekord-Weltmeister Michael Schumacher und Stabhochsprung-Legende Sergej Bubka – zuteil wurde. Für die „Laureus Sport for Good Foundation“ – eine Stiftung, die auch von anderen Sportgrößen wie Edwin Moses, Boris Becker, John McEnroe oder Katarina Witt unterstützt wird – sammelte Klitschko eine stattliche Summe, indem er Fans die Möglichkeit gab, sich auf dem Kampfmantel, den er im Vereinigungskampf gegen Ibragimow trug, verewigen zu lassen. Der Mantel wurde zudem nach dem Kampf versteigert. Das Geld wurde in Sport- und Jugendzentren in New York und Berlin investiert. „Dort können Kinder von der Straße mit ausgebildeten Lehrern und Trainern tanzen oder Kampfsport machen. Denn Sport ist nicht nur gut für den Körper, sondern schult auch den Geist, den Charakter. Nicht umsonst heißt es: In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist. So wollen wir den Kindern, die nicht viel Hoffnung haben, Chancen geben.“

Chancen geben, das tun die Klitschkos seit langem. Nach Wladimirs Olympiasieg 1996 gründeten sie in ihrer Heimat Ukraine eine Stiftung zur Unterstützung unterprivilegierter Kinder. Die Stiftung engagiert sich in der Aids-Prävention und im Kampf gegen Drogen. Auch Hilfsprogramme in Rumänien haben die Klitschkos mit ins Leben gerufen. „Wir sind immer bereit zu helfen – und für andere zu kämpfen“, sagte Wladimir.

Einer dieser Kämpfe war für die Demokratiebewegung ihrer Heimat Ukraine. Als dort 2004 die Demokratiebewegung ins Rollen kam, flog Wladimir nach Kiew, um die Orange Revolution in ihrem gewaltfreien Kampf zu unterstützen. Er gewann Fürsprecher wie Boris Becker, Franz Beckenbauer, Veronica Ferres, Joe Cocker oder Thomas Gottschalk als Unterstützer im Kampf für eine demokratische Entwicklung. Vom inzwischen verstorbenen deutschen Bundespräsidenten Johannes Rau wurden die Klitschkos zu „Botschaftern für Integration“ ernannt. „Die Menschen weltweit haben viel mehr Gemeinsamkeiten als Dinge, die sie trennen. Wir müssen das Gemeinsame betonen“, sagt Wladimir.

Zusammen mit seinem Bruder Vitali ist Wladimir Botschafter der UNESCO und der „Laureus Sport for Good Foundation“. Nach seinem Studium der Sportwissenschaft und Philosophie promovierte Wladimir 2001 an der Universität von Kiew im Fach Sportwissenschaft. In Gastrollen trat er im Hollywood-Blockbuster „Ocean’s Eleven“ sowie in den deutschen Produktionen „Keinohrhase“ und „Zweiohrküken“ auf. Im Video von Chris Cornells „Part of me“ spielte er ebenfalls mit. Wladimir ist ein gern gesehener Gast in TV-Shows und Talk-Runden. So saß er bereits auf dem Sofa von „Wetten, dass…“, trat bei Johannes B. Kerner und Reinhold Beckmann auf und scherzte mit den US-Talkern Jay Leno und Conan O’Brien. Ausgezeichnet wurde Wladimir Klitschko unter anderem mit dem Bambi, der Goldenen Kamera, dem Felix Burda-Award, dem GQ Man of the Year-Award und dem „Marketing Preis des Sports“, verliehen von der Europäischen Sponsoring-Börse und den Fachmagazinen w&v und SPONSORs.